Infos zu Aktuellen Auswirkungen der Marktsituation

Sehr geehrte Kundinnen und Kunden,

auch an uns gehen die Einflüsse der aktuellen Weltlage natürlich nicht spurlos vorbei. Die Lederherstellung z.B. ist ein energieintensiver Arbeitsbereich. Viele Gerbereien erhöhen daher aktuell ihre Preise zum Teil drastisch. Wir versuchen zwar die Umlage so gering wie möglich zu halten, jedoch werden bei einigen Artikeln nach und nach Preissteigerungen unumgänglich sein. Hinzu kommt eine deutliche Verknappung der Rohware durch geringere Abnahmen der Großindustrie.

Bedingt durch die allgemeine Konsumzurückhaltung haben z.B. etliche Schuh- oder Taschenhersteller ihre Mengen gedrosselt oder ihre Produktion mittlerweile komplett eingestellt. Gleiches gilt für Unternehmen in der Möbelbranche.

Wir bemühen uns aktuell weitere Gerbereien und Zulieferer mit ins Portfolio zu nehmen, jedoch differieren die Herstellungspreise zum Teil deutlich, sodaß Artikel nicht 1:1 in verschiedenen Produktionsstätten abgebildet werden können. 

Am 28.02.2026 ist ein weiterer Krisenherd in eine neue Ebene der Eskalation eingetreten. In den Wochen seither ist es nicht nur zu den üblichen, teils spekulativen Reaktionen der Märkte gekommen, wie wir sie oft genug erlebt haben. Auch wenn der "Nebel des Krieges" hier vieles verhüllt - verständlicherweise versuchen beide Seiten, die erlittenen Schäden nur dann zuzugeben, wenn es einen Nutzen verspricht - so lässt sich doch bereits erkennen, dass hier keineswegs "nur" militärische Objekte in Mitleidenschaft gezogen worden sind.  Zusätzlich zu all dem dadurch angerichteten menschlichen Leid, das wir hier keineswegs ausblenden oder verharmlosen wollen, dürften vielmehr die Operationen im Nahen Osten inzwischen so viele Schäden an Öl- und Gasförder-, verarbeitungs- und verschiffungseinrichtungen angerichtet haben, dass selbst eine sofortige Einstellung der Feindseligkeiten und eine vollständige Öffnung der Strasse von Hormuz kurz- bis mittelfristig kaum zu einer Entspannung der Öl- und Gasmärkte führen dürfte.  

Die Auswirkungen auf die Frachtpreise (und natürlich die eigene Tankquittung) sind das eine, und auch das spüren wir jetzt schon. Die Chemieindustrie hängt aber in den allermeisten Wertschöpfungsketten essentiell von Öl und Gas ab - ob nun bei aus Erdöl direkt raffinierten Lösemitteln, indirekt ölbasierten Chemikalien oder auch energieintensiven Prozessen, bei denen Erdgas eingesetzt wird. In den letzten Wochen haben wir bei allen unseren Lösemitteln einerseits starke Preissteigerungen erlebt, andererseits ist bei einigen die Verfügbarkeit nur noch begrenzt gegeben - zu der Situation am Persischen Golf kommen noch Anlagenausfälle, die einige Lösemittel massiv verknappen und verteuern. Dies ist aber nur die Spitze des Eisberges - unsere Verpackungslieferanten beginnen ebenfalls, ihre Preise nach oben anzupassen, die Hersteller von festen Klebrohstoffen werden dem über kurz oder lang auch folgen müssen.

Was die Lage noch schwieriger macht ist die komplett fehlende Prognostizierbarkeit: Das Einzige, was wir wohl auf Basis der oben erwähnten Punkte mit Sicherheit sagen  können ist, dass es sich so schnell kaum wieder "normalisieren" wird. Die ungefähre Dauer dieser Ausnahmesituation ist aber aktuell nicht seriös prognostizierbar.

Die Energiekosten haben auch einen deutlichen Einfluss auf den Werkzeug- und Metallwarensektor. Insbesondere die Edelstahlverarbeitung hat sich deutlich verteuert, sowie die Galvanik im Schnallenbereich, was sich derzeit auch hier in den Artikelpreisen niederschlagen wird. Wir bekommen hier praktisch bei jeder neuen Partie neue Preise.

Die Versandunternehmen erhöhen derzeit aufgrund der deutlich gestiegenen Kraftstoffpreise ihre Beförderungsentgelte.

Und natürlich erhöhen sich auch unsere betriebseigenen Energiekosten um ein Vielfaches.

Die Situation ist für alle am Markt nicht einfach und wir bemühen uns die Preissteigerungen so moderat wie möglich zu gestalten.

 
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